Vorzelt, Markise oder Sonnensegel - was eignet ...

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Vorzelt, Markise oder Sonnensegel - was eignet sich für wen beim Camping?

Vorzelt, Markise oder Sonnensegel - was eignet sich für wen beim Camping?

 

 

Sonnensegel lassen sich nicht nur im Garten oder auf der Terrasse vorzüglich einsetzen. Auch beim Campen. Nun - Campingsegel vertreiben wir nicht in unserem Online Shop, aber wir sahen uns gezwungen, uns diesem Thema einmal ausgiebig widmen;) Denn:

Die passende Überdachung für den Camper finden ist eine der schwierigen Fragen beim Urlaub in der freien Natur. Der eine mag das Vorzelt, der andere die Markise, der nächste spannt sich ein Sonnensegel. Aber welches Sonnen- oder Regendach passt nun zu wem?


Schutz vor Sonne und Regen beim Camping

 

Bevor wir darauf eingehen, welche Maßnahmen sich am besten für welchen Campertyp eignen, sollen im Folgenden die vier gegenüberzustellenden Anlagen kurz vorgestellt werden, vor allem hinsichtlich ihres Materials und ihres Aufbaus. Dabei fangen wir mit dem klassischen Wetterschutz an.

 

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Vorzelt

Vorzelte sind nicht freistehende Zelte an einem Wohnwagen, die in die sogenannte Kederschiene eingeführt werden. Jeder Wohnwagen hat solch eine Schiene, auch Kederleiste genannt. Sie befindet sich an der oberen Kante der linken und rechten Türseite. Nach Möglichkeit sollte die Kederschiene durchgängig sein. Bei provisorischen Stückelungen beispielsweise besteht keine Garantie mehr, dass Vorzelt und Camper bei starkem Regen trocken bleiben.

Wohnmobil mit Kederschiene für Vorzelt
Der Umfang und damit die Größe des Vorzeltes ist abhängig vom Umlaufmaß. Man nehme ein Maßband und beginne mit der Messung am Boden der einen Seite des Wohnwagens, lege das Maßband über die Kederleisten und ende auf den Boden der anderen Seite. Dabei darf das Maßband nicht einmal abgesetzt werden. Diese Messung ist mit mehreren Personen durchführbar, aber furchtbar umständlich.

Einfacher ist es, beim Wohnwagenhersteller nachzufragen, welches Umlaufmaß der Wohnwagen besitzt. Dafür sind Modellbezeichnung sowie das Baujahr als Angaben bereit zu halten. Wenigstens in der Tiefe bleibt Spielraum für eigene Vorstellungen. Der Standard liegt etwa bei 25 bis 30 cm.    

Bei dem Gestänge lässt sich eher eine Auswahl treffen. Die Wahl fällt zwischen Aluminium, Carbon oder verzinktem Stahl. Hier entscheidet der Geldbeutel. Aluminium ist leicht, nicht sehr belastbar, aber günstig. Stahl ist belastbar, durch die Verzinkung aber auch sehr schwer und im mittleren Preissegment. Carbon ist leicht, äußerst belastbar und sehr teuer in der Anschaffung.


Günstige Vorzelte besitzen eine Acryl- und PVC-Beschichtung, preisintensivere sind mit Polyurethan (PU) versehen. Reines Acryl bricht sehr leicht, Minustemperaturen hält die Schutzschicht nur bedingt stand. PVC ist wenig atmungsaktiv; man kommt im wahrsten Sinne des Wortes leicht ins Schwitzen. Im Gegensatz dazu hält Polyurethan auch bei Minusgraden, zudem ist es ein sehr leichtes Material und atmungsaktiv. Die teuerste Angelegenheit ist eine Silikonimprägnierung; sie bietet all das, was auch Polyurethan bietet, nur ist die Schutzschicht noch robuster.

Letztendlich hat jedes textile Sonnen- oder Regendach die gleiche Art des Bezugs und Gestänges. Daher soll nunmehr weniger auf das Material als vielmehr auf die Handhabung eingegangen werden.

 

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Pavillon

Das sogenannte „Lustzelt“ (lat: papillio) ist im Gegensatz zum Vorzelt ein freistehendes Bauwerk, das mehrere offene Seiten hat. Zum Campen und allgemein auf Partys und Festivals werden die provisorischen Überdachungen gern genutzt. Ein Pavillon besteht aus Metallgestänge und textilem Überspann.

Je nach Imprägnierung und Wahl des Stangenmaterials entscheidet sich die Stabilität und der Preis. Da sie recht schnell aufzubauen sind, werden sie inzwischen auch als Vorzeltalternative in Erwägung gezogen.

Bei starkem Wind fliegen sie jedoch schnell davon, oder, insofern sie mit Seilen und Heringen verankert werden, können sie sich leicht verziehen bzw. ganz brechen.

 

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Markise

Markisen am Wohnwagen sind häufig zu beobachten. Vor allem Kurzurlauber nutzen die schnelle Auf- und Abbaumöglichkeit eines solchen Schutzdaches. Auch diese provisorische Überdachung wird in die Kederschiene eingeführt und je nach Exemplar mit ein paar Seilen abgespannt.

Zwei Arten von Wohnmobil-Markisen erfreuen sich besonderer Beliebtheit: die Kurbel- und die Sackmarkise. Dabei könnten sie von der Anwendung unterschiedlicher nicht sein.

Wird die Sackmarkise lediglich durch die Kederleiste gezogen, muss die Kurbelmarkise oft angeschraubt werden. Dem geht Bohren und Heimwerkerarbeit voran.

Vorteil der Kurbelmarkise ist das sehr schnelle Einrollen, was sich vor allem bei plötzlich auftretendem Unwetter bezahlt macht.

Nachteil gegenüber der Sackmarkise ist das Anbringen mit Bohreinsatz und ihr Gewicht. Sie wiegt gut das Zehnfache einer Sackmarkise.

Wie bei einem Pavillon auch können Seitenteile zusätzlich erworben werden. So kann schon mal das Gefühl entstehen, ein kuschliges Vorzelt zu haben.  

 

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Sonnensegel und Sonnendach

Für Camper ist ein Sonnensegel ein sogenanntes Sonnendach. Meist besteht es aus vier geraden Seiten und mindestens zwei Stangen, die am Boden mit Hilfe von Abspannseilen befestigt werden. Die Größe ist unterschiedlich und richtet sich nach der Länge und Höhe der Kederschiene, denn auch das Sonnendach wird in der Leiste für sicheren Halt fixiert.

Ebenso wie eine Sackmarkise oder ein Pavillon ist ein Sonnensegel im Nu aufgebaut, und es können Seitenteile angebracht werden, die vor Wind und Regen schützen. Hier sei noch erwähnt, dass ein Sonnensegel aus zwei Materialtypen bestehen kann. Zum einen können sie wasserdicht und hitzestauend, zum anderen aber auch wasser- und luftdurchlässig sein. Die Wahl des Materials hängt also davon ab, ob es ein eher regen- oder sonnenreicher Urlaub werden wird.


Nachdem wir nun eine erste Vorstellung von den verschiedenen Überdachungen gewinnen konnten, kommen wir nun zu den einzelnen Campertypen;)

 

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Campertypen


Der Konservative

Tradition ist Tradition, und was bisher genügte, wird auch weiterhin richtig oder zumindest nicht gänzlich falsch sein. Experimenten steht der Konservative skeptisch gegenüber. Urlaub soll Erholung darstellen und nicht zusätzlichen Stress bedeuten. Beim Bestehenden ist sicher, worauf man sich einlässt.


Der bodenständige Familienmensch

Ein Urlaub für die ganze Familie hat zumeist mit viel Platzaufwand zu tun. Außerdem muss genug Zeit eingeplant sein, damit sich ein solcher Ausflug auch rechnet. Familienfreundlichkeit wird großgeschrieben.  


Der Abenteurer und Genieße

„Heute hier, morgen dort“ ist die Devise des Abenteurers. Lange hält er es nicht an einem Platz aus. Es muss immer weitergehen. Der Urlaub entwickelt sich zu einem Örtchenwechseldich-Spiel.  


Der Nestbauer

Der Nestbauer mag es gemütlich und sicher. Hektik ist ihm fremd. Kuschlig und warm sollte es sein.

 

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Welches Dach für welchen Campertyp? – die Auflösung

Camping Sonnensegel oder MarkiseDer Konservative wählt die Markise, um genau zu sein, die Kurbelmarkise: Die Markise ist eine der bekanntesten Camperüberdachungen. Einmal angebracht, kann sie ganz einfach in kurzer Zeit ausgerollt und bei schlechtem Wetter wieder eingezogen werden. Die Kurbelmarkise wird am Wohnwagen einmal, unter größerem handwerklichen Geschick, angebracht und muss, außer zum Lagern, nicht mehr abgenommen werden.


Der bodenständige Familienmensch wählt Pavillon oder Vorzelt: Unter ein Pavillon hat die ganze Familie samt Tische und Stühle Platz. Das Vorzelt wiederum hält Regen und Wind ab und kann als Räuberhöhle für die Kids herhalten.  


Der Abenteurer und Genießer wählt das Sonnensegel: Den umtriebigen Wanderer treibt es in die Wildnis, die er sich auch gern unter seiner Überdachung anschaut. Ein einfaches Sonnendach mit Option auf Seitenwände bei Wind und Wetter ist dabei genau das Richtige.


Der Nestbauer wählt das Vorzelt: Ein angebrachtes Vorzelt ist kuschelig und gemütlich, trotzt, je nach gewähltem Material, starkem Regen und starkem Wind. Bei Bedarf lassen sich zumeist auch die Türen, also die Eingänge mit Reißverschluss, schließen.


Welcher Campertyp sind Sie, und haben Sie sich in der Beschreibung ein wenig wiedergefunden;)

 

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Autor: Siegfried Bühner

 


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